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Autofahren mit Pflanzenöl ("Pöl")


Wenn es beim Autofahren ums Geld sparen geht, dann denken die meisten Menschen an KFZ-Steuer und -Versicherung, ans Tanken, und an sparsame Fahrweise.

Das grundsätzliche Einsparpotential dieser Möglichkeiten soll hier nicht in Abrede gestellt werden, dafür aber zwei weitere Möglichkeiten aufgezeigt werden, die weitaus mächtiger sind als die zuvor aufgezählten.


Das beginnt bereits bei der Anschaffung des Autos. Hier kann man sich die Tatsache zunutze machen, dass der innereuropäische Warenhandel inzwischen kaum mehr Beschränkungen unterliegt, die Steuergesetzgebung dagegen auf nationaler Ebene teilweise immer noch sehr unterschiedlich ausfällt.

Die Endverbraucherpreise z.B. für einen neuen Volkswagen Golf sind in den verschiedenen europäischen Ländern derart unterschiedlich, dass es sich innnerhalb Deutschland lohnt, den Golf z.B. in Dänemark zu kaufen. Um die Beschaffung und die Formalien müssen sich Endverbraucher dabei nicht kümmern, denn seit langem haben sich Re-Import Firmen wie z.B. take-your-car darauf spezialisiert, Neuwagen aus dem europäischen Ausland für Ihre Endkunden vor Ort bereitzustellen. Das Einsparpotential liegt für deutsche Endkunden selbst bei Kleinwagen in der Regel bei wesentlich mehr als 1.000 Euro - bei meistens üppigerer Ausstattung. Die Branche ist inzwischen so weit etabliert, dass sie Autos in jeder Preisklasse anbieten kann, und Endkunden ihre Wunschautos sogar in gewissen Grenzen individuell konfigurieren lassen können.


Eine weitere mächtige Sparmöglichkeit, die allerdings nur bei Dieselmotoren funktioniert, besteht im Fahren mit Pflanzenöl, "Pöl".

Fahren mit Pöl ist eine ausgereifte und zuverlässige, ganzjahrestaugliche Technik. 
Es ist völlig ungefährlich, bringt keine Einschränkungen mit sich und bedeutet völlige Unabhängigkeit von Tankstellen, da man beliebige Mengen Pöl mitführen bzw. überall lagern kann und darf.

 

Hier die wichtigsten Links zum Thema: 

Fahren mit Pflanzenöl:  http://www.fmpo.de/ 

Fahren mit Salatöl:  http://www.fmso.de/ 

Und hier noch der Link zur Seite des wahrscheinlich ersten Pölers, der das Thema bekannt gemacht hat, Steffen Niegsch:

http://www.rerorust.de/de/index.html

 

 

 

 

Vorbemerkung

Stand 2014 gibt es praktisch keinen Biodiesel mehr; trotzdem soll der folgende Text in seiner ursprünglichen Form bestehen bleiben.


Pflanzenöl und Biodiesel sind zwei grundsätzlich verschiedene Stoffe.

Biodiesel ist chemisch umgewandeltes Pflanzenöl, womit eine mit Diesel vergleichbare Viskosität erreicht wird.

Biodiesel ist also eine Anpassung des Pflanzenöls an die Erfordernisse des Motors.

Wer hingegen mit Pflanzenöl fahren möchte, muss den Motor an das Pflanzenöl anpassen. 

Alternativ kann man sich auch für ein Fahrzeug entscheiden, das die Voraussetzungen für Pflanzenölbetrieb aufgrund seiner Robustheit von vorne herein erfüllt (siehe weiter unten)

 

Es gibt zwei rein praktische Gründe, weshalb man trotz der hohen Viskosität Pflanzenöl dem Biodiesel vorziehen kann:

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass Fahren mit Pflanzenöl (im Gegensatz zu Biodiesel) ein klein wenig technisches Know How und einen gewissen Hang zum Praktischen erfordert. Mit diesen beiden Voraussetzungen kann man dauerhaft zuverlässig und günstig Auto fahren.

 

Allgemeiner Stand der Technik in Bezug auf Fahren mit Pflanzenöl

 

Das für alle neueren Fahrzeuge weitaus grösste Problem ist die hohe Viskosität des Pflanzenöls. Wichtigstes Ziel aller Umbauvarianten ist demzufolge die Verringerung der Viskosität. Dies geschieht fast ausnahmslos durch Erhitzen auf ca. 70°C mit Hilfe eines Kühlwasser-Wärmetauschers oder einer elektrischen Vorheizung.

Damit wird den beiden folgenden Hauptproblemen

wirksam begegnet.

Als Restproblem bleibt noch die Kaltlaufphase des Motors. Hier kann man 2 Strategien unterscheiden:

Das zweitgrösste Problem stellt der hohe Gefrierpunkt dar: Nach Erfahrungen des Verfassers ist Rapsöl bei -10 Grad garantiert noch flüssig und bei -18 Grad garantiert steinhart. bei -14 Grad ist bereits Schlierenbildung erkennbar. 

Je nachdem wo man wohnt, stellt dies im Winter kein Problem dar, oder aber man kann monatelang nicht ohne Zumischen von Diesel tanken. 

 

Einordnung der Baureihe Mercedes W124 aus Praktikersicht

 

Die Mercedes-Baureihe W124 verfügt über 2 grundlegende Eigenschaften, die sie für das Fahren mit 100% Pflanzenöl prädestiniert macht:

Ausserdem ist die Anordnung der Elemente im Motorraum äusserst geschickt für Pflanzenölbetrieb gestaltet. 

 

Die Baureihe W124 verfügt zwar schon über einige elektronische Komponenten, allerdings in einem noch eher kleinen Ausmass, sodass diese Baureihe zuverlässigkeitstechnisch trotz ihres Alters (1996 ausgelaufen) heutigen Neuwagen nicht nachsteht.

Die Ersatzteilbeschaffung ist sowohl bei Mercedes als auch im freien Teilehandel sowie auf dem Gebrauchtmarkt  problemlos und obendrein nicht teurer als bei anderen Automarken. 

Reparatur- und Wartungsarbeiten sind überschaubar und für erfahrene Laien schnell erlern- und beherrschbar. 

Alle Dieselmotoren bis zur Baureihe W 124 sind grundsätzlich ohne jeglichen Umbau fast ganzjährig mit 100% Pflanzenöl fahrbar. Bei winterlichen Temperaturen kann - je nach Komfortansprüchen- Zumischen von  Diesel erforderlich werden.

In der Pflanzenölszene bestand schon immer weitgehend Einigkeit darüber, dass das Fahren mit Pflanzenöl (auch ohne Umbau) mit dieser Baureihe keine Langzeitschäden verursacht.

 

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02.09.2014