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Krankes Huhn frisst nicht

Hühner Zwangsfütterung


Auf dieser Seite geht es um die zwangsweise Fütterung von Hühnern, die nicht freiwillig fressen.

Es gibt ein paar Symptome, anhand derer selbst Laien ein krankes Huhn erkennen leicht können. Die folgende Liste stellt keine zeitliche Abfolge dar, und die einzelnen  Symptome für sich alleine müssen nicht unbedingt auf eine Krankheit hindeuten.

Je nachdem, zu welchem Zweck man Hühner hält, werden kranke Tiere geschlachtet, oder man behandelt sie entsprechend, und bringt sie ggfs. zum Tierarzt. Unabhängig von sonstiger unterstützender Behandlung kann es vorkommen, dass das Huhn partout nicht fressen will.
Je länger dieser Zustand andauert, desto schwächer wird das Huhn, bis es schliesslich stirbt. Die Natur hat die Genesung erkrankter Hühner, ganz allgemein erkrankter Tiere, offenbar nicht vorgesehen, denn schwache Tiere sind in der Regel leichte Beute. Ein längerer Genesungsprozess bringt also keinen Vorteil für die Art (--> Evolution).

In so einem Fall muss man das Huhn zwangsweise füttern, und zwar idealerweise mit etwas, das
- Wurststreifen -

In Streifen geschnittene Wurst gibt es im Supermarkt in 200 bis 400 Grammverpackungen.
Wurststreifen haben eine ideale Form, daher lassen sie sich dem kranken Huhn relativ leicht in den Rachen schieben (wird weiter unten beschrieben). Weiterhin erinnern sie, insbesondere wenn man sie zwischen den Fingern hält und vor dem Huhn baumeln lässt, an Regenwürmer, sodass das kranke Huhn, wenn es wieder auf den Geschmack gekommen ist, leicht darauf anspringt, und seinen Killerinstinkt wieder weckt.
Gekochte Eier sind genau so gut, haben jedoch den Nachteil, dass man sie dem Huhn nicht gut zuführen kann, weil viel daneben fällt.

Das Zwangsfüttern wird im Folgenden für einen Rechtshänder beschrieben.

Man setzt das kranke Huhn auf einen Arbeitstisch, oder etwas Vergleichbarem. Am Besten mit Zeitungen unterlegen. Da das Huhn im ausgehungerten Zustand nicht sehr kräftig ist, wird die Fütterungsprozedur keinen grossen menschlichen Kraftaufwand erfordern. Notfalls wickelt man das Huhn in ein Tuch ein, sodass die Flügel "ruhiggestellt" sind. Die Kunst besteht darin, den Schnabel aufzubekommen, offen zu halten, und dabei gleichzeitig den Kopf festzuhalten. Das Huhn ist nämlich sehr geschickt darin, seinen Kopf immer wieder "aus der Schlinge zu ziehen".

Man kommt mit der rechten Hand von hinten am Genick des Huhns, umgreift seinen Kopf, sodass man mit Daumen und Zeigefinger (oder Ringfinger) den Schnabel links und rechts zu fassen bekommt. Dabei können die Augen des Huhns mit den Fingern überdeckt werden, was nicht schlimm ist, da das Huhn seine Augen schliessen wird. Solange man den Schnabel nur anfasst, und ihn nicht öffnet, ist die Gegenwehr nicht sehr gross.
Man steht jetzt also neben dem Tisch, und hat den Schnabel von hinten mit der rechten Hand gefasst. Der rechte Arm ist dabei noch so beweglich, dass man das Huhn zwischen Arm und Oberkörper "einklemmen" kann.
Spätestens wenn man den Schnabel zu öffnen versucht, wird das Huhn seinen Kopf an seinen Körper heranzuziehen versuchen. Dabei wird es mehrere Tricks anwenden, z.B. sich mittels Vibration "losschütteln". Man muss also mit der rechten Hand, die von hinten den Schnabel hält, mit dem Kopf "mitgehen", bis er am Körper des Huhns anliegt und nicht mehr weiter kann. Das Huhn wird sich dann mit dem ganzen Körper zu wehren versuchen, doch der rechte Oberarm hält es fest.
Nun öffnet man mit Hilfe der linken Hand den Schnabel. Das geht leichter, wenn man mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand etwas Druck seitlich auf die Ränder der oberen und unteren Schnabelhälfte ausübt. Sobald der Schnabel auf ist, wird mit
Daumen und Zeigefinger der rechten Hand nachgefasst, sodass das Huhn ihn nicht mehr schliessen kann. Nach weiteren kurzen Schüttelversuchen gibt das Huhn schliesslich jeden Widerstand auf.
Mit der nun freien linken Hand nimmt man den bereitliegenden Wurststreifen, und schiebt ihn dem Huhn entweder so weit es geht in den Rachen, oder man lässt mit der rechten Hand etwas locker, und ermöglicht dem Huhn seinen Kau- und Schluckreflex auszuüben. Danach lässt man das Huhn wieder los.

Diese Prozedur wiederholt man für jeden Wurststreifen, solange bis das Huhn mit Schlucken aufhört.
Einer normalgrossen Hühnerrasse, die mehrere Tage nichts gefressen hat, kann man auf diese Weise ca. 50 Gramm Wurst zuführen.

Ein Huhn, das tagelang nichts gefressen hat, wird vermutlich auch tagelang kein Wasser zu sich genommen haben.
Die Zwangsweise Zuführung von Wasser geschieht ähnlich wie bei Wurststreifen mit Hilfe von Spritzen. Geeignete Spritzengrössen sind 5 ml,  10 ml und 20 ml. 10 ml kann man in einem Zug in den Rachen spritzen. 

Während der Zwangsfütterung hin und wieder probieren, ob das Huhn nicht freiwillig frisst, indem man einen Wurststreifen vor seinem Schnabel baumeln lässt.



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