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Was ist ein Stelltransformator

 

Einleitung

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Beispiele

 

Ein Stelltrafo (oder Regeltransformator) ist grundsätzlich gleich aufgebaut wie z.B. ein Transformator für Modelleisenbahnen, lediglich die Dimensionierung ist anders.


 

Stelltrafos werden -wie Trafos für Modelleisenbahnen- an 230V angeschlossen; die Ausgangsspannung ist jedoch über den gesamten Spannungsbereich, also von 0V bis 230V, variierbar, und nicht nur von 0V bis z.B. 24 V. 


Es gibt auch Stelltrafos, die z.B. von 0V bis 260V einstellbar sind, was jedoch am Prinzip nichts ändert.

Entscheidend ist die Eigenschaft, Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge, im Prinzip alles was man für gewöhnlich an 230V betreibt, mit einer von 230V abweichenden, in der Regel geringeren Spannung versorgen zu können.

Warum ist das sinnvoll?

 

Zunächst ein paar allgemeine Vorbemerkungen.

 

Stufenlos einstellbare Drehzahl, oder allgemein gesprochen, Leistung von Elektrogeräten, wird seit längerem auf elektronische Weise realisiert, z.B. durch Phasenanschnittssteuerung oder Pulsweitenmodulation. Dies ist inzwischen der allgemeine Stand der Technik und daher nichts besonderes mehr.

Der Vorteil liegt darin, dass die dafür erforderliche Elektronik kompakt und leicht ist, sodass sie problemlos in elektrische Geräte eingebaut werden kann.

 

Als derartige Elektronik noch nicht etabliert war, kamen für diesen Zweck Stelltrafos zum Einsatz.

Ein zur Leistung eines Elektrogerätes passender Stelltrafo wiegt im allgemeinen deutlich mehr, als das Elektrogerät selbst, womit auch schon der wesentliche Nachteil von Stelltrafos genannt ist.

Beispielsweise wiegt ein Stelltrafo, der für 700 Watt Leistung ausgelegt ist, ca. 5 Kg, im Vergleich zu einem 700 Watt Winkelschleifer oder einer 700 Watt Bohrmaschine, die jeweils vielleicht 2 bis 3 Kg wiegen. 

 

Die Vorteile von Stelltrafos gegenüber (für Heimwerker bezahlbaren) elektronischen Realisierungen liegen in der ausserordentlichen Robustheit, Langlebigkeit, in der -meistens- besseren Regelcharakteristik und in dem deutlich grösseren Regelumfang. Der Verfasser hat schon mehrfach mit Drehzahlen von Winkelschleifern gearbeitet, die so gering waren, dass man sie mit dem blossen Auge hätte auflösen können (500 U/min mit einem 125er Winkelschleifer; das sind ca. 4% der maximalen Drehzahl).

 

Stufenlos einstellbare Drehzahl bei Bohrmaschinen ist seit längerem auch im Heimwerkerbereich Stand der Technik.

Genau einstellbare Drehzahl hat bei vielen Bohranwendungen direkten Einfluss auf die Qualität des Ergebnisses, und auch der Standzeit (~ Lebensdauer) von Bohrern.

Viele ältere Bohrmaschinen, die in der Regel robust aufgebaut und damit gut verwendbar sind, verfügen nicht über diese Eigenschaft.

Andererseits ist die einstellbare Drehzahl oft genau das, was bei Bohrmaschinen im Heimwerkerbereich als erstes kaputt geht.

 

Die meisten Winkelschleifer dagegen, auch im Profibereich, werden immer noch ohne Drehzahlregelung ausgeführt. Anscheinend werden Winkelschleifer als Kraftmaschinen aufgefasst, mit denen man möglichst viel Material in kurzer Zeit trennen oder schleifen möchte.

Dabei wäre auch ein langsam drehender Winkelschleifer oft sinnvoll einsetzbar. Einige Jahre praktische Erfahrung des Verfassers damit zeigen, dass das Einsatzgebiet eines Winkelschleifers gerade durch eine variable Drehzahl erheblich erweitert werden kann, gerade beim Trennen von Materialien, und im speziellen da, wo man in die Nähe der Schmelztemperatur des Materials kommen kann. 

 

Beispiele dafür sind

- das schmelzfreie Trennen von Kunststoffen aller Art,

z.B. HT oder KG Rohre; Nacharbeit mit Messern und Feilen wird stark reduziert.

- das verbrennungs- und gratfreie Trennen von dünnen Eisenwaren,

z.B. kann man Gewindestangen trennen, ohne das Gewinde nachbearbeiten zu müssen

- das grat- und "schmier"freie Trennen von Aluminium, sowie

- ganz allgemein die verringerte Aufwirbelung von Staub bzw. das verringerte oder nicht mehr vorhandene Wegschleudern von Partikeln oder Funken, was insbesondere innerhalb von Wohnräumen vorteilhaft ist. 

- ganz allgemein die Anpassung der Drehzahl an die der Situation oder dem Können des Bedieners entsprechende Arbeitsgeschwindigkeit.

Es ergibt wenig Sinn mit einer Drehzahl zu trennen, die deutlich über der praktisch machbaren Trenngeschwindigkeit liegt, z.B. wenn die Genauigkeit eine ruhige Hand und damit verbunden eine langsamere Arbeitsgeschwindigkeit erfordert. Ein Abrutschen oder sich sonstwie Vertun hätte bei hoher Drehzahl grössere Auswirkungen.

 

Aus allem zuvor Geschilderten ergeben sich 2 konkrete Anwendungsgebiete.

 

Anwendungsgebiet 1: Festinstallation eines Stelltrafos in der Werkstatt.

 

An gut erreichbarer Stelle in der Werkstatt steht oder hängt ein Stelltrafo. Direkt daran angeschlossen eine Leiste mit mehreren Steckdosen, in die z.B. 4 Bohrmaschinen mit den gängigsten Bohrergrössen und 2 Winkelschleifer mit unterschiedlichen Scheiben eingesteckt sind, und z.B. an der Rückwand gegenüber von der Werkbank griffbereit liegen. 

Die Drehzahl ist am in der Regel grossen und Arbeitshandschuh-freundlichen Stellrad des Stelltrafos genauso schnell oder schneller eingestellt als am Schalter der Bohrmaschinen.

 

Anwendungsgebiet 2: Tragbarer Stelltrafo.

 

Damit man nicht jedesmal in die Werkstatt muss, empfiehlt sich ein tragbarer Stelltrafo.

Der Aufwand, das Werkzeug an Ort und Stelle aufzubauen und anzuschliessen ist zwar grösser, dafür werden dann aber auch Arbeiten mit Winkelschleifern in Wohnräumen ohne besondere Schutzvorkehrungen überhaupt erst möglich.

 

Auf der folgenden Seite werden Stelltrafos vorgestellt, die der Verfasser in Betrieb hat.

 

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