A   

Stand: 18.09.2006

Beginn: 12.10.2003


80/20 Regel 

Siehe Paretoprinzip

14.11.2005


abc-Analyse.

Methode zum Auffinden der wenigen Elemente, die den Grossteil des Gesamtergebnisses ausmachen.

Dem zugrunde liegt das Pareto Prinzip

14.11.2005


Abhängige Stichprobe 

Siehe Stichprobe.

19.08.2005


Abhängige Variable

Variable, die sich durch Auswertung der unabhängigen Variablen ergibt. 

Die abhängigen Variablen werden aus den unabhängigen Variablen berechnet, oder: 

Die Ausprägungen der abhängigen Variablen werden durch die Ausprägungen der unabhängigen Variablen vorhergesagt.

 

Unabhängige Variablen sind "Messwertlieferanten", die in ein Modell eingespeist werden, woraus dann die zugehörigen Werte der abhängigen Variablen berechnet werden.

Je genauer das Modell die Werte der abhängigen Variablen wiedergibt, desto besser ist es.

Die abhängigen Variablen sind die eigentlich interessierenden Grössen, aus denen man neue Erkenntnisse oder Bestätigung (eines bereits früher aufgestellten Modells) erhalten möchte. 

 

Das folgende Beispiel macht deutlich, dass die Festlegung "Was sind abhängige, und was unabhängige Variablen?" von der Fragestellung abhängen kann. 

 

Beispiel: 

Untersuchung unabhängige Variable abhängige Variable

Messung der Körpergrösse in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht. 

Alter, 

Geschlecht

Grösse
Messung des Alters in Abhängigkeit von Grösse und Geschlecht

Grösse, 

Geschlecht

Alter
Feststellung des Geschlechts in Abhängigkeit von Alter und Grösse

Alter, 

Grösse

Geschlecht

 

Alternative Bezeichnungen

unabhängige Variable

abhängige Variable

Regressor

Regressand

Prädiktor

Kriterium

Faktor

Zielgrösse

exogene Variable endogene Variable

 

19.08.2005


Ablehnungsbereich

Teilmenge des Wertebereichs einer Prüfgrösse. Liegt nach einem durchgeführten statistischen Hypothesentest der Wert der Prüfgröße innerhalb dieses Bereichs, dann wird die vor dem Test formulierte Nullhypothese abgelehnt. 

Siehe auch Annahmebereich

19.08.2005


Abnehmerrisiko  

Bei Los-zu Los Systemen in der Industrie übliche Bezeichnung für das Risiko, mit dem der Kunde ein in Wirklichkeit schlechtes Los annimmt, obwohl die vorangegangene Stichprobe für gut befunden worden ist.

Siehe Beta Risiko und die Tabelle unter statistischer Hypothesentest

Siehe auch Lieferantenrisiko.

19.08.2005


Adäquation

= Operationalisierung

Dafür sorgen, dass die Ergebnisse der Messmethode mit den damit verbundenen Wahrnehmungen im Einklang stehen. 

07.10.2005


Additionssatz der Wahrscheinlichkeitsrechnung

Siehe Wahrscheinlichkeit

14.03.2006


Additives Modell  

 

Modell, das bei Datenmaterial mit mindestens Intervallskala Anwendung findet. 

Bei intervallskalierten Daten ist der Begriff  "Mittelwert" sinnvoll: Intervallskalierte Daten lassen sich nämlich mitteln. 

Dies gilt auch für Teilgruppen (--> Gruppenmittelwerte)

Man kann also bei intervallskalierten Daten (Teil-)Gruppen bilden und für jede Gruppe den Gruppenmittelwert berechnen. 

Ausserdem kann man alle Gruppenmittelwerte zu einem Gesamtmittelwert zusammenfassen. 

Die Unterschiede der Gruppenmittelwerte zum Gesamtmittelwert werden als Effektgrössen bezeichnet. 

 

Alles zuvor Gesagte mag "logisch" klingen; bei kategorial- und ordinalskalierten Daten funktionieren diese Überlegungen jedoch überhaupt nicht, wie man unter Multiplikatives Modell sehen kann. 

 

Das additive Modell lässt sich allgemein formulieren: 

Jeder Gruppenmittelwert hat "seine eigene" Effektgrösse.

 

Das additive Modell ist weniger ein echtes Modell, sondern ein "Zustand", der die Anwendung entsprechender statistischer Methoden erlaubt. Bekanntestes Beispiel ist ANOVA.

 

Siehe auch multiplikatives Modell.

19.08.2005


Adjustiertes Bestimmtheitsmass  

Modifiziertes Bestimmtheitsmass, das bei linearer Regression mit mehreren Variablen (-->multiple lineare Regression) bedeutsam wird. 

Durch Hinzunahme von weiteren Modellparametern in das Regressionsmodell kann das gemeinsame Bestimmtheitsmass nämlich nur zunehmen (bis hin zu 1), selbst wenn die dadurch gewonnene Zunahme an Erklärungskraft völlig unbedeutend ist. 

 

Vertiefung

19.08.2005


Aktivierungsenergie 

Konstante in der Arrheniusgleichung, die charakteristisch ist für einen bestimmten Fehlermechanismus eines Bauteils oder einer Baugruppe. 

Siehe Arrheniusgleichung.

19.08.2005


Allgemeines lineares Modell (ALM, General linear Model, GLM) 

Im Allgemeinen Linearen Modell wird davon ausgegangen, dass sich mehrere abhängige Variablen y  durch  Linearkombination von gewichteten unabhängigen Variablen  x beschreiben lassen. 

 

Vertiefung

19.08.2005


Allokierung 

"Zuweisung von Zuverlässigkeiten"

Bei grösseren Systemen mit vielen unterschiedlichen Lieferanten ist es üblich dass jeder Lieferant für sein zu lieferndes (Teil-)System ein Mindestmass an Zuverlässigkeit zugewiesen bekommt. 

Wenn das Gesamtsystem für eine festgelegte Mission z.B. eine maximale Fehlerrate von 100/100.000h haben soll und es aus 100 Teilsystemen besteht, dann darf jedes Teilsystem eine maximale Fehlerrate von 1/100.000h haben. 

Diese Vorgehendweise ist zwar eine Einschränkung in der zuverlässigkeitstechnischen Gestaltung des Gesamtsystems, erspart jedoch die (nahezu unmögliche) vernetzte Kommunikation von 100 Lieferanten untereinander.

19.08.2005


Alphafehler 

Siehe Alpha Risiko 

19.08.2005


Alpha Risiko 

= (1-Signifikanzniveau), oder (1- p-Wert)

(Kleines) Risiko, mit dem der statistische Hypothesentest auf einen Sachverhalt "hindeutet", der in Wahrheit gar nicht vorhanden ist (was man jedoch nicht weiss). 

Besonders wichtige Risikoart bei: 

Anmerkung: 

Genaugenommen ist das Alpha Risiko (sehr oft 10%, 5% oder kleiner, selten grösser als 10%) die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Datenmaterial eine entsprechend "extreme" oder "noch extremere" Ausprägung aus reinem Zufall annimmt. 

Oder anders formuliert:

Wenn ausschliesslich Zufall im Spiel ist, dann wird der Test mit beispielsweise 5% Wahrscheinlichkeit einen nicht existierenden Sachverhalt vortäuschen.

Man kann also streng genommen nicht rückwärts behaupten, dass, wenn das Datenmaterial entsprechend "extrem" ist, "irgendetwas faul" sein muss. Trotzdem fährt man mit dieser denkweise recht gut, wie die Erfahrung lehrt.

 

Siehe auch Beta Risiko und statistischer Hypothesentest.

Zur Visualisierung des Alpha Risikos siehe die Diagramme in dieser Tabelle.

19.08.2005


Alpha Inflation

"Aufblasen" des Alpha Risikos bei

Das Problem ist hier, dass je mehr Tests durchgeführt werden, desto eher gibt es rein zufällig signifikante Ergebnisse.

Legt man das Signifikanzniveau beispielsweise auf 90%, dann wird man bei 100 Tests im Mittel mit 10 rein zufällig zustandegekommenen signifikanten  Testergebnissen rechnen müssen.

Zur Umgehung dieses Problems siehe Bonferroni.

19.08.2005


ALT  

Accelerated Lifetime Test

Beschleunigter Test zur Ermittlung der Lebensdauer von Produkten.

Folgende Tabelle enthält Erklärungen sowie Abgrenzungen zu AST (Accelerated Stres Test): 

 

ALT AST
Accelerated Lifetime Test Accelerated Stress Test
Beschleunigter Test zur Ermittlung der Lebensdauer von Produkten.  Beschleunigter Test zur schnellen Aufdeckung von vermuteten Schwachstellen in Produkten.
Es muss ein Zuverlässigkeitsmodell vorliegen, welches eine Abschätzung der Stresswirkung auf die Lebensdauer gestattet. Der grundsätzliche Fehlermechanismus sollte einigermassen bekannt sein.
Bei beiden Methoden besteht die Gefahr, dass man sich zusätzliche Fehlerarten einhandelt, die unter realistischen Gebrauchsbedingungen nicht auftreten würden.

Die Beschleunigung geschieht durch Betrieb des Produktes bei 

Realistische Beschleunigungsfaktoren liegen zwischen 3 und 20, das heisst, das Produkt "altert" zuverlässigkeitstechnisch gesehen während des Tests mit 3 bis 20-facher Geschwindigkeit. 

 

Die beiden Verfahren AST und ALT unterscheiden sich weniger durch die Art des angewendeten Stress, sondern eher darin, wie die entdeckten Ausfälle (statistisch) ausgewertet oder bewertet werden. 

 

Siehe auch HALT

19.08.2005


Alternativhypothese

Siehe statistische Hypothese.

19.08.2005


Alternativmerkmal 

= Dichotomes Merkmal. 

Merkmal, das nur 2 mögliche Zustände annehmen kann. 

Siehe auch Skalenniveaus.

19.08.2005


Alternativtest

Statistischer Hypothesentest, bei dem die Alternativhypothese explizit formuliert worden ist und sich nicht lediglich durch Negation der Nullhypothese ergibt. Damit einher geht eine "Effektgrösse". Dies ist ein Minimal-Unterschied, der aus rein fachlichen Gründen für "bedeutsam" gehalten wird.

Für nähere Erläuterungen hierzu siehe Anmerkungen zu statistischen Hypothesen ,  b)

19.08.2005


AMSAA Modell

Army Material Systems Analysis Activity 

AMSAA Modell wird synonym verwendet für Duane Modell

19.08.2005


ANCOVA

ANalysis of COVAriance

= Kovarianzanalyse.

27.11.2005


Anderson Darling Test  

Anpassungstest für verschiedene Verteilungsfunktionsarten.

Ein modifizierter Kolmogoroff Smirnoff Anpassungstest

Während letzterer auf jede Verteilungsfunktionsart ohne weitere Modifikation angewendet werden kann, ist der Anderson Darling Test verteilungsfunktionspezifisch aufgebaut, das heisst, er funktioniert beispielsweise bei Normalverteilung anders als bei Weibullverteilung.

Das hat zur Folge, das kritische Werte in Abhängigkeit von der Verteilungsfunktionsform tabelliert werden müssen. Dafür ist er jedoch genauer.

Der Anderson Darling Test bewertet die Randbereiche ("Schwänze") von Verteilungsfunktionen kritischer als der Kolmogoroff Smirnoff Anpassungstest. 

 

Normalverteilung:

Die Prüfgrösse und kritischer Wert (zum Signifikanzniveau 95%) des Anderson Darling Tests lauten:

Die Werte i müssen aufsteigend geordnet sein.

n: Stichprobengrösse

Zi: Die kumulierte Fläche der Normalverteilung von -00 bis zum Wert xi

n: Stichprobengrösse

Bei Lognormalverteilten Daten muss man die Daten zuerst logarithmus-transformieren, dann kann man mit dem Anderson Darling Test für Normalverteilung fortfahren.

Für ein Berechnungsbeispiel in Excel siehe hier.

Weibullverteilung:

Der Anderson Darling Test auf Weibullverteilung läuft anders als im Falle der Normalverteilung.

Für ein Berechnungsbeispiel in Excel siehe hier.

19.08.2005


Annahmebereich 

Teilmenge des Wertebereichs einer Prüfgrösse. Liegt nach einem durchgeführten statistischen Hypothesentest der Wert der Prüfgröße ausserhalb dieses Bereichs, dann kann die vor dem Test formulierte Nullhypothese  nicht abgelehnt werden. 

Es ist  logisch falsch zu sagen, "die Nullhypothese wird angenommen". Siehe hierzu Anmerkungen zu statistischen Hypothesentests

Siehe auch Ablehnungsbereich

19.08.2005


Annahmefaktor 

Siehe Stichprobenprüfung nach DIN-ISO

19.08.2005


Annahmezahl 

Siehe Stichprobenprüfung nach DIN-ISO

19.08.2005


ANOVA

Analysis of Variance, Varianzanalyse. 

Statistisches Auswerteverfahren für Mittelwertvergleiche, das bei mindestens intervallskaliertem Datenmaterial anwendbar ist.

 

ANOVA

ANOVA  sollte beim Mittelwertsvergleich von mehr als 2 Stichproben anstelle von wiederholten t-Tests bevorzugt  werden. (siehe multiples Testen

 

Die Funktionsweise von ANOVA wird in folgender  Vertiefung näner erläutert.  

 

Diese Exceltabelle enthält konkrete Zahlenbeispiele. 

Die gesamte Rechnung ist in elementaren Schritten explizit dargestellt..

 

Für einige ANOVA-Vorlagen siehe folgende Exceldatei.  

 

Siehe auch Kovarianzanalyse und MANOVA

19.08.2005


Anpassungstest

Allgemeine Bezeichnung für einen statistischen Hypothesentest, der

Beispiele: 

Speziell für den Test auf Normalverteilungsform gibt es noch Testvervahren, die die Schiefe oder die Wölbung des Datenmaterials testen. Prüfgrösse ist bei diesen Tests die Schiefe bzw. die Wölbung selbst.

 

Die Anpassungstests auf Normalverteilung überwiegen bei Weitem, da die Sicherstellung (besser gesagt: Die Nicht-Ablehnung)einer Normalverteilung für weiteres statistisches Vorgehen in den meisten Fällen sehr vorteilhaft ist. 

Wenn die Ausgangsdaten stark von Normalverteilung abweichen, so kann man mittels geeigneter Skalentransformation der Daten oft eine normalverteilungsähnliche Form herbeigeführt werden.

 

Praktisch ergeben sich jedoch folgende Sachverhalte:

Anmerkung: 

Wenn die  explizite Natur der Verteilungsfunktion nicht interessiert, dann kann eine Kerndichteschätzung angestrengt werden. (Siehe auch Schätzen)

19.08.2005


Anteilswert 

Bei diskretem Skalenniveau und binomialverteilten Grundgesamtheiten der Anteil an Merkmalsträgern in der Stichprobe

Siehe z.B. Binomialtest und sequentieller Binomialtest.

Siehe auch Standardfehler.

19.08.2005


Antiereignis 

= Komplementärereignis 

14.03.2006


AOQ, Average Outgoing Quality

Siehe Durchschlupf

19.08.2005


A-optimal

Siehe DoE, Begriffserklärungen. 

13.10.2005


A Posteriori Vergleich

Siehe Post Hoc Test

19.08.2005


a posteriori Vorgehensweise

Gegenteil der a priori Vorgehensweise. Siehe auch Post Hoc Test.

Bei umfangreichem Datenmaterial übliche Vorgehensweise (--> explorative Datenanalyse). 

A posteriori bedeutet wörtlich "Im Nachhinein". Man führt also erst nach der Datenaufbereitung statistische Tests durch.

19.08.2005


approximativ

"Näherungsweise". 

Bei statistischen Tests begegnet man häufig der Aussage "Die Prüfgrösse ist approximativ normalverteilt". 

Das bedeutet, dass die Prüfgrösse umso besser normalverteilt ist, also umso besser direkt mit der Normalverteilung verglichen werden kann, je grösser die getestete Stichprobe ist. 

Siehe auch (approximative) Vertrauensintervalle

19.08.2005


APQP

QS9000: Advanced Product Quality Planning. 

Qualitätsplanungsprozess, bei dem bereits in frühester Phase versucht wird, "an alles" zu denken.

Der gesamte Produktlebenszyklus wird bereits geplant, wenn das Produkt erst noch auf Skizzen existiert.

Zentrales Qualitätswerkzeug ist hier die FMEA.

19.08.2005


A Priori Vergleich

Sammelbezeichnung für Tests, die man vor einem allgemeinen Test (Omnibus Test, z.B.: ANOVA) durchführt. 

Auch geplante Tests genannt.

A priori Tests beruhen auf linearen Kontrasten

Für weitere Erklärungen zu A Priori Vergleichen siehe dort.

19.08.2005


a priori Vorgehensweise

Gegenteil von a posteriori Vorgehensweise.

Aufgrund von Vorwissen oder Vermutungen werden selektive statistische Tests (also keine Omnibus Tests) auf das Datenmaterial direkt angewandt.

Siehe insbesondere lineare Kontraste

19.08.2005


AQL 

Acceptable Quality Level 

Derjenige Gutanteil, über den ein Los verfügen muss, damit es mit z.B. 90% Sicherheit bei dem Stichprobentest auch tatsächlich für gut befunden wird. 

AQL und RQL sind 2 Punkte, mit denen die Operationscharakteristik eindeutig bestimmt ist. 

Siehe Operationscharakteristik Beispiel.

19.08.2005


Arrhenius, Gleichung 

Hauptbestandteil des Arrheniusmodells ist die Arrheniusgleichung, die einen direkten Zusammenhang zwischen der absoluten Temperatur T (gemessen in Kelvin) und der erwarteten Lebensdauer (bzw. Fehlerrate) herstellt. 

Zwar wurde dieses Modell ursprünglich entwickelt für die Geschwindigkeit chemischer Reaktionen bei gegebener absoluter Temperatur (siehe auch geometrische Standardabweichung), doch es ist auch  in der Zuverlässigkeitstechnik verbreitet: 

Das Eintreten von Ausfällen wird als chemische Reaktion aufgefasst.

 

Vertiefung

19.08.2005


ARIMA 

AutoRegressive Integrated Moving Average Modell.

Dieses Modell dient zur Beschreibung von Datenreihen  in der Zeitreihenanalyse und ist so allgemein, dass es mehrere unter anderem Namen bekannte Methoden als Spezialfälle enthält. 

Ziel der aus den 3 Parametern p,d,q bestehenden  Methode ARIMA(p,d,q) ist es: 

Vertiefung

19.08.2005


ARMA 

Siehe ARIMA.

19.08.2005


Assoziationskoeffizient 

Zusammenhangsmass, basierend auf der Chi Quadrat Verteilung.

Drückt den Grad von Zusammenhängen in Kontingenztafeln aus. 

        N: Anzahl Einzelwerte.   CC= [0....<1], X2: Chi Quadrat Verteilung

Siehe Kontingenzkoeffizient und Tabelle Korrelationskoeffizienten

19.08.2005


AST

Accelerated Stress Test. 

Beschleunigter Test zur schnellen Aufdeckung von Schwachstellen in Produkten.

Siehe ALT.

19.08.2005


Asymptotisch 

= approximativ.

30.072006


Asymptotischer Test 

Asymptotische Tests basieren auf  bestimmten Verteilungsfunktionen (z. B. Standardnormalverteilung, Chi-Quadrat-Verteilung, t-Verteilung und F-Verteilung), d.h. die Tests gehen davon aus, dass die berechneten Werte einer theoretischen Verteilungsfunktion folgen.  Je größer der Stichprobenumfang, desto besser ist die Annährung an diese Verteilungsfunktionen. 

Die empfohlenen Mindeststichprobengrössen sind in der Literatur nicht einheitlich angegeben und reichen bis "mehrere -zig"

Bei metrischem Skalenniveau die verbreitetere Testklasse. 

Siehe auch exakter Test.

19.08.2005


Attributives Merkmal

Pendant des messbaren Merkmals

Merkmal, dessen Ausprägung nur auf einer Ordinalskala darstellbar, also nicht mit physikalischen Einheiten messbar ist. Sehr oft dichotom

Z.B: Gut/Schlecht,  Gutteil/Ausschuss. 

Attributive Merkmale werden unter Anderem durch folgende Verteilungsfunktionen beschrieben:

19.08.2005


Ausfall 

Das Versagen eines Produktes, Gerätes, Individuums,... , sodass der geplante Zweck nicht mehr gewährleistet ist. 

Aus Sicht der Zuverlässigkeitstechnik  kann man das Auftretensmuster von Ausfällen in 3 Gruppen einteilen:  

 

Bezeichnung Fehlerrate Phase der Badewannenkurve Bemerkungen
Frühausfall

Infant Mortality

hoch, abnehmend 1

Vermeidung durch Burn In 

 

Verteilungsfunktion

Weibull, b < 1

Nutzbare Produktlebensphase niedrig, konstant 2

Ausfälle sind rein zufälliger Natur. 

 

Verteilungsfunktion: 

Weibull, b = 1 

(~Exponentialverteilung)

 

Verschleissausfall niedrig, zunehmend 3

Ausfälle nehmen zu

 

Verteilungsfunktion: 

Weibull, b > 1 

 

 

Ausfälle mit gemeinsamer Ursache (engl. common cause failures, ccf) sind solche, die zwar an beliebigen Stellen im System auftreten können, jedoch eine gemeinsame Ursache haben und somit korrelieren, also statistisch abhängig sind.

Beispiele: 

 Fehlern mit gemeinsamer Ursache kommt man mit konstruktiven Methoden nur sehr schwer bei..

19.08.2005

 


Ausfallfunktion

In der Zuverlässigkeitstechnik auf 1 normierter Anteil der Population, die zum Betrachtungszeitpunkt nicht mehr funktionsfähig ist , F(t). 

Ausfallfunktion + Bestandsfunktion =1

Entspricht in der allgemeinen Statistik der Verteilungsfunktion.

Kann verbal z.B. wie folgt ausgedrückt werden:

"Zur Zeit sind 20% aller Geräte bereits ausgefallen". 

Die mit -1 multiplizierte Ableitung der Bestandsfunktion ist die Ausfalldichtefunktion.

19.08.2005


Ausfalldichtefunktion 

Mit -1 multiplizierte zeitliche Ableitung der Bestandsfunktion

Entspricht in der allgemeinen Statistik der Dichtefunktion.

Derjenige Anteil der (noch funktionierenden) Population, der pro Zeiteinheit zum Betrachtungszeitpunkt ausfällt

Kann verbal z.B. wie folgt ausgedrückt werden:

"Zur Zeit fallen pro Stunde 5% aus, bezogen auf die ANFÄNGLICHE Gesamtpopulation."

Siehe auch Ausfallratenfunktion.

19.08.2005


Ausfallrate 

  1. = Ausfallratenfunktion 

  2. Spezialfall konstante Ausfallrate (wenn die Bestandsfunktion eine Exponentialverteilung ist):                    

    Kehrwert der MTBF. Siehe hierzu die Anmerkungen unter MTBF

Tests, die speziell auf sich ändernde Ausfallraten testen, befinden sich hier

19.08.2005


Ausfallratenfunktion 

Lambda(t), auch Hazard Rate, h(t) genannt. 

Quotient aus Ausfalldichtefunktion und [1-Ausfallfunktion], also der auf den gegenwärtigen Bestand bezogene Anteil der Population, der pro Zeiteinheit ausfällt. Allgemein statistisch formuliert: Quotient aus Dichtefunktion und [1-Verteilungsfunktion]: 

Lambda(t) = f(t)/[1-F(t)]

Bei F(t) = Exponentialverteilung nimmt die Ausfallratenfunktion einen konstanten Wert an, die Ausfallrate.

Kann verbal z.B. wie folgt ausgedrückt werden:

"Zur Zeit fallen pro Stunde 5% aus, bezogen auf die MOMENTAN NOCH funktionsfähige Population."

19.08.2005


Ausgleichsrechnung

Oberbegriff  für das Bestimmen der optimalen Parameter eines (statistischen oder mathematischen) Modells.

In der Regel sind dabei "nur" Punktschätzungen gemeint (und nicht die damit verbundenen Vertrauensintervalle).

2 gängige Methoden zum Auffinden der optimalen Parameter sind.

 

Die Ermittlung der Vertrauensintervalle der gewonnenen Parameter geschieht mittels Betrachtung der Varianzen und Kovarianzen des zugrundegelegten Datenmaterials. Formal handelt es sich hier um die Varianz-Kovarianzmatrix.

Für ausführlichere Erklärungen hierzu siehe Multiple lineare Regression.

14.11.2005


Ausprägung

Die Gesamtheit aller möglichen Werte einer Variablen oder eines Merkmals

Oft auch als Bezeichnung für den jeweils gerade vorliegenden Wert. 

Beispiel Würfeln:

Die Variable "Augenzahl" kann die Ausprägungen 1,2,3,4,5 und 6 annehmen.

Wurde eine 6 gewürfelt, dann hat die Variable die Ausprägung 6.

19.08.2005


Ausreisser

Messwert einer Messreihe, der sich von den anderen Messwerten "in besonderem Masse" unterscheidet.

Ausreisser ist kein mathematischer Ausdruck, sondern eine Wertung, mit der man die Gültigkeit eines Messwertes anzweifelt. 

Tests auf Ausreisser: 

Siehe auch Winsorisieren

Sämtliche Parameterfreie Tests sind unempfindlich gegenüber Ausreissern. 

Mediane sind unempfindlich gegenüber Ausreissern. 

19.08.2005


Auswahlsatz 

= n/N, wobei N die Grösse der Grundgesamtheit und n die Grösse der Stichprobe ist. 

27.11.2005


  Autokorrelation 

Faltung einer Wertereihe. 

<==> 

Wiederholte Korrelation einer Wertereihe mit sich selbst.

Dabei wird nach jeder erfolgten Korrelation  eine der beiden (Identischen) Wertereihen um einen Messwert  weiterverschoben.

Als Ergebnis erhält man eine weitere Wertereihe, die aus lauter Korrelationskoeffizienten besteht und genauso lang wie die beiden Ausgangswertereihen ist.

Ist die Autokorrelation statistisch signifikant, besteht eine serielle Abhängigkeit der Daten untereinander, was die Anwendbarkeit einiger statistischer Methoden stark einschränkt.

(Kritisch z.B. bei  ANOVA mit Messwiederholung (--> Zirkularität), Regressionsmodellen, sowie allen Methoden, bei denen messwiederholte Daten analysiert werden).

Autokorrelation wird hauptsächlich in der elektrischen Messtechnik bei verrauschten Signalen angewandt, kommt in der Statistik jedoch beispielsweise im ARIMA Modell (erwünscht)oder bei Regressionsmodellen (unerwünscht) zum Einsatz. 

Tests auf Autokorrelation sind beispielsweise:

19.08.2005


Axiom

Grundlegende Aussage, die in dem Begriffssystem, das das Axiom begründet, nicht beweisbar ist und die Ausgangspunkt für alle weiteren Überlegungen ist.

Axiome müssen einfach und  gut begründet sein. 

Axiome sind (minimal anmutende) Annahmen, ohne die der Aufbau von Theorien nicht möglich wäre.

Würde man innerhalb einer Begriffswelt konsequent immer wieder nach der Ursache fragen, so würde man irgandwann bei den Axiomen dieser Begriffswelt landen, wo die Frage nach der Ursache nicht mehr beantwortet werden kann. 

"Das ist dann einfach eben so".

 

Beispiel 1

Wahrscheinlichkeitstheorie: Axiomensystem von Kolmogoroff.

  1. Wahrscheinlichkeiten sind nicht negativ.

  2. Die Wahrscheinlichkeit eines sicheren Ereignisses ist 1  

  3. Bei sich gegenseitig ausschliessenden Ereignissen ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeines dieser Ereignisse eintritt gleich der Summe aus den Einzelwahrscheinlichkeiten dieser Ereignisse.

Man erkennt an dem Beispiel, dass Axiome bei flüchtiger Betrachtung minimal, "selbstverständlich", oder gar "logisch" erscheinen.

Es ist aber in der Tat so, dass alle sich in der Wahrscheinlichkeitstheorie ergebenden Sachverhalte auf diese 3 Axiome zurückführbar sind.

 

Beispiel 2

Spezielle Relativitätstheorie ("Zwillingsparadoxon")

  1. Die Lichtgeschwindigkeit ist in allen Bezugssystemen konstant

  2. Es gibt kein ausgezeichnetes Bezugssystem.

Allein aus diesen beiden Axiomen folgen alle hinlänglich bekannten "Paradoxa".

Dieses Beispiel zeigt besonders deutlich, welch weitreichende Konsequenzen scheinbar elementare Axiome haben können. 

13.09.2005


 

B

 


Bxx Lebensdauer 
Beispiel: B10 Lebensdauer = 500 h. Nach 500 Stunden werden 10% der
Population ausgefallen sein.
Die B10 Lebensdauer als Zuverlässigkeitsangabe ist hauptsächlich in der Mechanik verbreitet. 

19.08.2005


Badewannenkurve 

Graphische Darstellung der Ausfallrate einer Population über der Zeit.
Zeigt die Ausfallrate während der drei Hauptphasen: 

Gilt insbesondere für elektronische Systeme. 
Zeitspanne hier z.B. 20 - 30 Jahre. 

 

Folgendes Bild zkizziert schematisch den Verlauf einer solchen Kurve. 

Je nach Sachlage können die erste und/oder dritte Phase stark abgeschwächt sein oder gar ganz fehlen. 

In manchen Fällen ist von der zweiten Phase nichts zu sehen (sie wird von den anderen beiden Phasen übertönt).

 

 

Die oben dargestellte Badewannenkurve ist in Wirklichkeit die Summe dreier getrennter Kurven: 

Alle drei Teilkurven lassen sich -jeweils für sich alleine genommen- meistens mit der Weibullverteilung sehr gut modellieren:

Frühausfälle: Formparameter b<1, Zufallsausfälle: b=1, Verschleissausfälle: b>1.

 

Siehe auch Ausfall.

Siehe auch Zuverlässigkeitstechnik.

19.08.2005


Bartlett Test

Test auf Varianzgleichheit mehrerer Stichproben

Varianzgleichheit (Varianzhomogenität) ist z.B. vor einer ANOVA sicherzustellen.

Voraussetzung:

Die Stichproben sollten annähernd normalverteilt sein. 

Ist diese Voraussetzung nicht gegeben: ->Levene Test.

 

Nullhypothese: "Alle Stichproben haben die selbe Varianz" 

Alternativhypothese: "Wenigstens 2 Stichproben unterscheiden sich in ihren Varianzen". 

Der Bartlett Test ist also ein Omnibustest, da er diejenigen Stichproben , deren Varianz sich von den anderen Stichproben unterscheiden, nicht explizit benennt.

 

Gegeben seien k Stichproben mit den Umfängen ni und dem Gesamtumfang N

Dann ist die Prüfgrösse  T

Korrekturfaktor: Dient zur Aufhebung der Bias

sp2: Gepoolte Varianz aller k Stichproben. 

ln: Natürlicher Logarithmus.

si: Varianz der i-ten Stichprobe (i=1...k)

k: Anzahl der Stichproben

N: Gesamtzahl aller Werte in den Stichproben.

 

Chi Quadrat verteilt mit (k-1)  Freiheitsgraden.

 

Siehe auch Levene Test. 

Siehe auch Box's M-Test.

19.08.2005


Basisereignis

Fehlerbaum: Diejenigen Ereignisse, die an den Anfängen von logischen Verknüpfungen stehen, also:

Basisereignisse stehen an unterster Stelle in Fehlerbäumen.

19.08.2005


Basisrate 

= Prävalenz

19.08.2005


Bayesscher Wahrscheinlichkeitsbegriff 

Siehe Wahrscheinlichkeit.  

Dies hat mit dem Bayes'schen Theorem nichts zu tun.

13.10.2005


Bayes'sches Theorem

(Hat nichts mit dem Bayes'schen Wahrscheinlichkeitsbegriff zu tun)

Theorem der bedingten Wahrscheinlichkeiten bei abhängigen Ereignissen. 

Siehe auch Prävalenz

 

Das Bayes'sche Theorem hat mathematisch folgende Gestalt:

P(B|A) = P(A und B)/P(A)

P(B|A) bedeutet:

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass B eintritt, wenn A bereits eingetreten ist,

[Wahrscheinlichkeit, dass beide Ereignisse A und B eintreten] / [Wahrscheinlichkeit, dass nur A eintritt]

 

Das Entscheidende ist hier, dass P(B) davon abhängt, ob A bereits eingetreten ist oder nicht.

 

Beispiele 

19.08.2005


Belastung-Belastbarkeit 

 

Gegenüberstellung von Belastungsverteilung und Belastbarkeitsverteilung.

Ergebnis ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Individuum einer Population eine einmalige Belastung schadlos überstehen wird.

 

Vertiefung

19.08.2005


Bellcore 

Alte Bezeichnung für Telcordia

19.08.2005


Benford's Gesetz 

 

Die führenden Ziffern von Zufallszahlen unterliegen folgender Häufigkeitsverteilung: 

 

n ist die jeweilige führende Ziffer, lg bedeutet Logarithmus zur Basis 10. 

 

In konkreten Werten sieht das Benfordsche Gesetz so aus: