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Voraus-Berechnung von MTBF
(mean-time-between-failure, mittlere ausfallfreie Zeit) und Fehlerraten.
Eine kurze Einführung
MTBF und Fehlerrate stehen im Kehrwert zueinander.
Deshalb ist im Folgenden stets nur von MTBF die Rede.
Die Voraus-Berechnung der MTBF ist nur für rein elektronische Systeme
verbreitet.
Es gibt zwar Standards für mechanische Systeme, deren Anwendung ist
jedoch mit grossen Restriktionen verbunden.
Für elektronische Systeme gibt es weltweit verbreitete und anerkannte
Berechnungsstandards, z. B.: Mil 217, Telcordia, CNET, HRD 5, PRISM, und
andere.
Weniger verbreitet (eher national) sind diverse Firmenstandards wie z. B. der
relativ einfach gehaltene
Siemens SN
29500.
Alle elektronischen Standards haben folgendes gemeinsam:
Der am weitesten verbreitete elektronische Standard ist der Mil 217
Standard. Dieser wurde vom amerikanischen Militär entwickelt und bis 1995
gepflegt, bevor man sich entschloss, ihn ganz aufzugeben. Man kam zu der
Erkenntnis, dass die qualitätsmässige Einstufung von Bauteilen allein
aufgrund von Stresstests nicht mehr zeitgemäss ist, sondern die
Herstellungsmanagementpraktiken die entscheidende Rolle spielen. Ausserdem
sind die Hauptfehlerquellen bei heutigen Systemen immer mehr auf
Systemebene zu finden wie zB. Software, Schnittstellen, Designschwächen.
Heute bedient sich das amerikanische Militär kommerzieller Methoden bei
der Bauteilebeschaffung.
Dieser veränderten Situation tragen die Standards Telcordia, CNET und
insbesondere PRISM Rechnung. Bei diesen Standards werden Bauelemennte
qualitätsmässig rein aufgrund von Herstellungsmanagementpraktiken
eingestuft. Ausserdem bieten diese Standards die Möglichkeit, reale Daten
wie z.B. Feld- und Labordaten mit in die Berechnung einfliessen zu lassen.
Telcordia und insbesondere PRISM liefern als Berechnungsergebnis eine
Intervallschätzung, während Mil 217 lediglich eine (für heutige Verhältnisse
pessimistische) Punktschätzung liefert.
Letzte Änderung 09.02.2003
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