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Gartenhäcksler

 

Mulchen versus Kompostieren

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Mulchen vs. Kompostieren

Funktionsprinzipien + Sicherheit

Leistungsangaben

Astdurchmesser

Qualitätskriterien, Vergleich

Benz Primus 3000 (1)

Benz Primus 3000 (2)

  Das Häckseln dient - abgesehen vom reinen Zerkleinern - zweierlei sich teilweise ausschliessenden Zwecken: Mulchen und Kompostieren.

 

Beim Kompostieren möchte man, dass das Häckselgut möglichst schnell verrottet und als "Erde" wieder in den Garten ausgebracht werden kann. Im Grunde geht es hier um die reine Beseitigung von pflanzlichem Material.

Beim Mulchen dagegen sollte das Häckselgut gut streubar sein und je nach Zweck langsam bis sehr langsam verrotten.


Als Streugut kann das Gehäckselte zum Bestreuen von Gartenwegen, der Gestaltung von Baumscheiben oder dem grossflächigen Bedecken von Beeten zum Zwecke der Unkrautbekämpfung und/oder Düngung dienen. Für Gartenwege und Baumscheiben eignet sich Nadelgehölz. Für das flächige Bestreuen kann grundsätzlich jedes Gehäckselte verwendet werden.

 

 

In diversen Quellen wird behauptet oder suggeriert, dass aus der Beschaffenheit des Gehäckselten auf die Eignung zum Mulchen oder Kompostieren geschlossen werden könne. Insbesondere wird Messerhäckslern die bessere Eignung zum Mulchen, und Leisehäckslern die bessere Eignung zum Kompostieren zugesprochen.

Begründet wird dies zum Beispiel damit, dass Messerhäcksler die innere Struktur des Häckselgutes intakt lassen, Leisehäcksler dagegen die innere Struktur aufbrechen und den Mikroorganismen dadurch bessere Angriffsmöglichkeiten bieten.

Die praktische Relevanz der gesamten Argumentationskette muss grundsätzlich bezweifelt werden, denn aus den jahrelangen Erfahrungen des Verfassers ergeben sich völlig andere Zusammenhänge.

 

1. Das Gehäckselte von Messerhäckslern ist wesentlich feiner und die gesamte Oberfläche dadurch wesentlich grösser. Dies gilt umso mehr bei Häckslern in höheren Preissegmenten. Hinzu kommt, dass man das Häckselgut bei Messerhäckslern im Gegensatz zu Leisehäckslern einfacher bzw. überhaupt zwei- oder mehrmals häckseln kann, und das Gehäckselte dadurch nochmal deutlich kleiner wird. 

All dies führt dazu, dass die Verrottungsgeschwindigkeit beim Kompostieren keine Wünsche offen lässt.

Der Verrottungsprozess setzt sofort nach dem Häckseln ein: Lässt man das Gehäckselte ein paar Stunden in einem Eimer stehen, dann kann man bereits mit der Hand eine Erwärmung spüren.

Lässt man den Eimer zwei Wochen stehen, dann ist fast der gesamte Inhalt zum Mulchen unbrauchbar geworden und muss kompostiert werden. Dies gilt für jedes nicht zu trockene Häckselgut.

--> Messerhäcksler eignen sich sehr gut zum Kompostieren.

 

2.  Es ist ein deutlicher Unterschied, ob man das Gehäckselte kompakt aufschichtet (wenig Oberfläche pro Volumen, --> Kompost), oder es grossflächig (und damit in dünner Schicht) verteilt (--> Mulchen).

Bei grossflächiger Verteilung ist die Oberfläche im Vergleich zum Volumen sehr viel grösser als beim Kompostieren und der Verrottungsprozess viel langsamer, da sich keine nennenswerte Temperatur im Gehäckselten aufbauen kann. Dies gilt sowohl für Holz (Bestreuung von Wegen) als auch weiches Häckselgut (Düngung oder Unkrautbekämpfung). Das ist übrigens auch der Grund warum man Kompost umschichtet: Innen verrottet es viel schneller als aussen.

Der mit der Art der Ausbringung verknüpfte Effekt (kompakt oder grossflächig) ist viel bedeutender als das eingesetzte Häckslerprinzip. 

"Mulchen" und "Kompostieren" ergeben sich also weniger durch die Bauweise des Häckslers als vielmehr dadurch, wie man das Gehäckselte hinterher weiterverwendet.

 

3. In einem gemischten Garten möchte man Beides: Mulchen und Kompostieren.

Man trennt die Materialien und häckselt sie nacheinander in verschiedene Gebinde und bringt sie entsprechend aus.

Wenn man von Mulchen redet, dann meint man meistens das flächige Bestreuen mit grobkörnigem langsam verrottendem Material.

Dafür eignet sich am ehesten Holz, insbesondere Nadelholz.

Um diesen Punkt zu Ende zu führen, muss ein Vorgriff gemacht werden, der später begründet wird:

Leisehäcksler können nur stangenartiges holziges Material gut häckseln. Krautiges Verzweigtes/Balliges geht kaum bis gar nicht.

Wenn man dies mit der oben beschriebenen Argumentationskette kombiniert, dann wäre der Hauptzweck von Leisehäckslern absurderweise mulchtaugliches Material in Kompost umzuwandeln.

 

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