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Elektrisches Schweissen und Schutzgasschweissen für Heimwerker

 

Vorteile und Nachteile von Schutzgas und Elektrode im Vergleich

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Elektrisches Schweissen

Schutzgasschweissen

Schutzgas vs. Elektrode

Kenndaten

Beispiel Elektrode

Beispiel Schutzgas

Strom und Spannung

Sicherheitshinweise

 

Für den Heimwerker ist Schutzgasschweissen eindeutig das geeignetere Verfahren.

Im Profibereich kann man sagen, dass Schutzgasschweissen das Hauptverfahren darstellt und in besonderen Fällen auf Elektrodenschweissen zurückgegriffen wird.

 


 

Elektrodenschweissen kann man als "gute alte Technik" bezeichnen, in der keine grösseren Innovationen mehr zu erwarten sind. 

Das wesentlich jüngere Schutzgasschweissen dagegen, obwohl heute bereits das ausgereiftere Verfahren, birgt noch einiges Innovationspotential.


Beiden Schweissarten ist gemein, dass das Gehör für die Einschätzung der Nahtqualität eine wichtige Rolle spielt.

Im Folgenden werden die beiden Verfahren gegenübergestellt. Die zahlenmässige Verteilung der Vorteile auf die beiden Schweissverfahren täuscht über die wahren Verhältnisse hinweg; Die wichtigsten Vorteile gehen klar zugunsten des Schutzgasschweissens. 

Aus Heimwerkersicht gibt es abgesehen von den Kosten und in seltenen Fällen der Mobilität kaum Gründe für das Elektrodenschweissen, da das Schutzgasschweissen toleranter bezüglich des praktischen Geschicks und damit anfängerfreundlicher ist.

 

Elektrodenschweissen Schutzgasschweissen
Gerät in der Anschaffung billiger Gerät in der Anschaffung teurer
Laufende Kosten eher niedriger. Laufende Kosten eher höher.

Ausrüstung geeignet für "am Mann" tragen, z.B. sich auf Gerüsten bewegen und hier und da kurz schweissen.

 

Elektroden nimmt man mit soviel oder wenig man braucht.

Wegen Schutzgasflasche faktisch ortsgebunden

Schweissdraht gibt es nur mindestens 5 Kiloweise.

Auch bei starkem Wind anwendbar und sogar unter Wasser.

Selbst bei mässigem Wind ist Windschutz erforderlich (wegen strömendem Schutzgas). Unter Wasser unmöglich.

 

Mittels Fülldrähten (sozusagen das Schutzgas im Draht eingeschlossen, ähnlich Lötzinn mit eingeschlossenem Flussmittel) wird dieser Nachteil aufgewogen, allerdings erfordert die Verwendung von Fülldraht einen mindestens 10-minütigen Umbau.

Elektroden relativ schnell wechselbar, daher rasches Umstellen auf andere Materialien möglich. Die Umrüstung besteht (fast) lediglich aus dem Wechsel auf einen anderen Elektrodentyp.

Faktisch auf ein bestimmtes Schweissmaterial festgelegt. Umrüstung bedeutet mindestens 10 Minuten Umbau.

Arbeitsgeschwindigkeit geringer. Häufiger Elektrodenwechsel. Die gesamte Schweissnaht muss mit einem Hammer von der Schlacke befreit werden UND für weitere Bearbeitungsschritte (Lackieren...) nochmal extra gereinigt werden.

Arbeitsgeschwindigkeit höher. Man kann theoretisch ohne Pause beliebig lange durchschweissen ohne Kontrolle und Nachbearbeitung der Schweissnaht für weitere Bearbeitungsschritte. 

Qualität der Schweissnaht offenbart sich für weniger Erfahrene erst nachdem die Schlacke entfernt worden ist.
Das Einschätzen der Qualität der Schweissnaht während des Schweissens erfordert einige Erfahrung.
Qualität der Schweissnaht ist während des Schweissens auch von Gelegenheitsschweissern gut einschätzbar.

Kritischer in bestimmten Haltungen, z.B. fallend, über Kopf, etc., da die noch nicht erstarrte Schlacke wegzufliessen oder Tropfen zu bilden droht.

Unkritisch bezüglich Haltung und Schweissrichtung. Über Kopf oder fallend Schweissen leicht möglich.

Erfordert wesentlich mehr an handwerklichem Geschick.

Das gilt sowohl für den Zündvorgang als auch für den Schweissvorgang. Vor allem bei letzterem ist dauernde Aufmerksamkeit erforderlich. Die Elektrode verkürzt sich ständig und man kann sich mit der Elektrode nicht auf dem Werkstück abstützen; sie muss frei geführt werden.

Fast kein handwerkliches Geschick notwendig. Der Zündvorgang bedarf überhaupt keiner Übung, und während  des Schweissvorganges kann man ggfs. etwas entspannen. Berühren des Werkstücks mit der Düse oder gar Abstützen auf dem Werkstück ist fast ohne Einschränkungen möglich. Der Abstand der Düse vom Werkstück ist unkritisch.

Bei dünneren Blechen schwierig bis unmöglich. Das ist weniger eine Frage des Könnens, sondern der grundsätzlichen Grenzen des Verfahrens.

 

Schweissen an KFZ Karosserien: Davon ist ohne Einschränkung abzuraten.

Für alle Materialdicken gleichermassen geeignet. Dünne Bleche sind relativ einfach zu schweissen. Fachmännisches Karosserieschweissen wird durch dieses Verfahren überhaupt erst möglich.

Beim Heften braucht man oft zwei Hände.

Da man mit der Düse drücken kann, braucht man zum Heften meistens nur eine Hand.

Sehr schwierig an Stellen, die mit dem Auge nicht direkt einsehbar sind.

Da man die Düse vor dem Zünden positionieren und andrücken kann, auch an nicht einsehbaren Stellen geeignet.

Aufgrund der teilweise komplexen Zusammensetzung der Elektroden tendenziell gesundheitsschädlicher. Dem kann man durch adäquaten Rauchabzug zwar wirksam begegnen, allerdings es ist fraglich, ob man im Heimwerkerbereich von solchen Bedingungen ausgehen kann.

Die Schutzfunktion wird durch absolut ungiftige Gase (CO2 und Argon) hergestellt, daher tendenziell weniger gesundheitsschädlich. Freigesetzte Stoffe (vom Werkstück oder Schweissdraht) sind weniger schädlich bzw. treten in geringeren Mengen auf.

 

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