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Elektrisches Schweissen und Schutzgasschweissen für Dummies

 

Kenndaten

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Elektrisches Schweissen

Schutzgasschweissen

Schutzgas vs. Elektrode

Kenndaten

Beispiel Elektrode

Beispiel Schutzgas

Strom und Spannung

Sicherheitshinweise

 

Die beiden wesentlichen Kenndaten von Schweissgeräten sind der maximale Schweissstrom (in Ampere) und die Einschaltdauer (ED) in Prozent (oft bei verschiedenen Schweissstromstärken angegeben).

 

Oft sind die maximale Schweissstromstärke (in Ampere) oder die ED, oder beides, Bestandteile der Gerätetypbezeichnungen.

 

 

Beispiel:

Ein Schweissgerät kann maximal 160 Ampere bei einer Einschaltdauer von 30% liefern.

 

Dies bedeutet, dass in 30% der Zeit mit 160 Ampere geschweisst werden kann, und 70% der Zeit Zwangspause herrscht, weil das Gerät abkühlen muss; das Gerät schaltet den Schweissvorgang automatisch ab, während die Kühlung weiterläuft. Praktisch bedeutet das, dass (aus dem warmen Zustand heraus) ca. 3 Minuten geschweisst werden kann, dann 7 Minuten pausiert werden muss und schliesslich wieder 3 Minuten geschweisst werden kann usw.

Aus dem kalten Zustand heraus wird man dagegen etwas länger mit maximaler Stromstärke schweissen können, z.B. 5 Minuten bis zur ersten Pause.

Das selbe Gerät wird bei  120 Ampere eine ED von z.B. 60% haben, und bei 100 Ampere möglicherweise eine ED von 100%, d.h., mit 100 Ampere kann durchgehend beliebig lange geschweisst werden. 

 

Auf den ersten Blick scheinen die maximale Schweissstromstärke und die ED wichtige Qualitätskriterien zu sein, doch das trügt, denn mit beiden Grössen nehmen Gewicht und Anschaffungspreis drastisch zu.

Man braucht nicht für jede beliebige Warenlieferung einen Schwertransporter; oft ist ein Kleintransporter geeigneter.

Genau so ist es beim Schweissen:

Für so gut wie alle Heimwerkeranwendungen (und viele Profianwendungen) sind eine maximale Stromstärke von 160 A bei einer Einschaltdauer von 30% ausreichend. In diesen Bereich fallen z.B. das Schweissen an Kfz-Karosserien, Geländern und sonstigen Stählen, die bis zu 6 mm dick sind. 30% sind deshalb genug, da so hohe Schweissstromstärken in diesen Bereichen nur selten gebraucht werden, und wenn, dann nur für sehr kurze Zeit (< 1 Minute).

Der Verfasser kann sich nicht erinnern, die höchste Schweissstufe seiner bisherigen Geräte (160A bis 200 A) jemals gebraucht zu haben.

Geräte mit 30% ED bei 160A weisen im Bereich 50A bis 100A Einschaltdauern von typischerweise 100% bis 60%, also durchschnittlich 80% auf. Dieser Schweissstrombereich ist im Heimwerkerbereich der mit Abstand meist genutzte, und 80% ED sind bereits so hoch, dass man mit dem Gerät ohne Einschränkungen arbeiten kann, denn selbst unter optimalen Bedingungen gibt es beim Schweissen Unterbrechungen, die nicht dem Gerät, sondern dem Vor- und Nachbereiten des Werkstücks geschuldet sind.

 

Die wirklichen Qualitätsmerkmale liegen im Bereich Bedienung, Handhabung und Arbeitsergebnis. Darunter fallen bei Schutzgas-Schweissgeräten der Drahtvorschub (Qualität der Konstanz und Automation), das zeitliche Verhalten des Schweissstromes und damit die Beschaffenheit der Schweissnaht, die Abstufung der Schweissspannung und nicht zuletzt das Gewicht des Gerätes. Ein gutes Schutzgas-Schweissgerät mit den Daten 160A und 20% - 35% ED (bei 160A) wiegt mit Gasflasche und Drahtrolle grob 60 - 75 kg, und ohne Beides ca. 45 kg. Dies ist im Bereich des Heimwerkens schon ziemlich unhandlich, denn solch eine Anlage kann trotz Rollen nicht ohne weiteres an einen anderen Ort bewegt werden (z.B. über einen Rasen an eine Gartenlaube, über eine Treppe, etc.).

 

Elektrische Schweissgeräte sind bei gleicher maximaler Stromstärke und ED etwa nur 2/3 so schwer, also ca. 30 kg, und sowohl Gasflasche als auch Drahtrolle entfallen.

Entscheidende Qualitätskriterien sind hier neben dem Gewicht das Verhalten des Schweissstromes und beispielsweise ob die Schweissspannung stufenlos regelbar ist und dies leicht geht, oder "nur" in groben Abstufungen. Bei der stufenlosen Variante wird ein Eisenkern mittels Handrad und Spindeltrieb in den Schweisstransformator hinein bzw. herausbewegt um die Induktivität zu variieren.

 

Im Folgenden werden die Angaben auf den Datenfeldern zweier Schweissgeräte erläutert.

Ein billiges elektrisches Schweissgerät und ein deutlich teureres Schutzgasschweissgerät.

 

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