Bau einer Einfamilienhaus Warmluft Zentralheizung (Luftheizung)
Grundsätzliches zu Warmluftheizungen.
Es wird verschiedentlich die Ansicht vertreten dass Warmluftheizungen einfache Heizsysteme seien denen es angeblich an Komfort mangele, die nur für gut isolierte Gebäude geeignet wären, etc.
Natürlich stimmt das alles nicht.
Zum Einen belegt das auf diesen Seiten beschriebene Warmluft-Heizsystem,
dass mit dieser Technik heutige Komfortansprüche ohne Weiteres verwirklicht werden können.
Zum Anderen sind professionelle Hersteller von Warmluftheizungen am Markt, die solche Systeme gerade für anspruchsvolle Einsatzzwecke bewerben.
Beispielsweise bietet die Firma Schwank Hallenheizungen in verschiedenen Technologien an,
unter anderem in Warmlufttechnik. Besonders in grossen und/oder hohen Räumen kommt es meistens darauf an,
schnell und effizient eine grosse Heizwirkung bei zeitgemässem Komfort zu erzielen.
So ist die Firma Schwank mit ihren Warmluftsystemen in zahlreichen Autowerkstätten, Einkaufsläden, Supermärkten, Lagern und anderen grossen Räumen
erfolgreich vertreten, gerade auch deshalb, weil mit dieser Technik gleichzeitig die Belüftung realisiert werden kann.
Dass diese Technik genauso gut auch für Wohnräume geeignet ist, wird auf den folgenden Seiten dargelegt.
Im Folgenden wird eine vollautomatische Warmluft Zentralheizung beschrieben, die keinen Vergleich mit dem heutigen Stand der Heiztechnik zu scheuen braucht und gegenüber den marktdominierenden, wassergeführten Heizsystemen auch Vorteile hat.
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Überblick (diese Seite) |
Detailliertere Beschreibung des Systems |
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Das Funktionsprinzip früherer Warmluftheizungen
Beschreibung des jetzigen Systems
Vorteile und Nachteile gegenüber wassergeführten Systemen
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Über diesen Heizungstyp ist kaum brauchbare Information erhältlich. Vieles ist falsch oder irreführend.
Man findet keine Bauteile, Fachleute scheint es keine zu geben und sogar die Heizungsbranche an sich scheint damit generell überfordert zu sein.
In Quellen mit wissenschaftlichem Charakter kommt dieser Heizungstyp wohl besser weg; es bleibt aber der Geschmack eines "einfachen, nicht ganz zeitgemässen und eher problematischen" Heizungstyps. Das liegt sicherlich daran, dass die praktische Erfahrung und das Erleben der Vorzüge dieses Heizungstyps fehlen.
Auf diesen Seiten wird gezeigt, dass dieser Heizungstyp mit den heute erhältlichen Systemen gut konkurrieren kann.
Dies ist ein weiteres Beispiel (siehe Autofahren mit Salatöl), wie man abseits politisch gelenkter Technologieströmungen zu vorteilhaften Lösungen gelangen kann.
Abgrenzung Warmluftheizung - kontrollierte Wohnraumbelüftung
In heutige Passiv- und Quasi-Passivhäuser werden kontrollierte Wohnraumbelüftungen eingebaut, die im "Nebeneffekt" vollwertige Heizungen darstellen können. Es handelt sich hier um Gebäude mit sehr guter Wärmeisolierung, und demnach kann der Luftstrom klein und die Lufttemperatur niedrig sein, um eine wirksame Heizung zu ergeben.
Da es sich aber meistens um sehr einfache Anlagen handelt, bringt diese Heizphilosophie Einschränkungen mit sich und stellt gewisse Anforderungen an die Lebensweise der Bewohner.
Es soll hier nicht näher darauf eingegangen werden.
Wichtig ist nur, dass die hier vorgestellte Warmluftheizung den Warmluftheizungen früherer Generationen klar überlegen ist und auch die aktuell erhältlichen Luftheizungssysteme übertreffen dürfte, da sie keinerlei Anforderung an das Gebäude stellt.
Die hier vorgestellte Heizung ist eine von Grund auf durchdachte Anlage, die in einem Altbau jeden Raum schnell, individuell und unabhängig bedienen und individuelle Wünsche der Bewohner jederzeit schnell realisieren kann.
Das Dach des Hauses wurde 2008 isoliert (K-Wert ~ 0,2), der Rest befindet sich auf dem Stand von 1952.
Das Funktionsprinzip früherer Warmluftheizungen.
Anhand des Originalzustandes soll das Prinzip früherer Warmluftheizungen dargelegt werden.
Hierzu ist auch folgende Seite interessant: http://www.bosy-online.de/Warmluftheizungsanlage.htm
Die Nachteile werden sich aus der Beschreibung direkt ergeben.
Das Haus wurde 1952 fertig gestellt und verfügt im Untergeschoss über einen
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Kachelofen, der seit vielen Jahren mit einem Ölbrennereinsatz betrieben wird. Der Kachelofen beheizt direkt ein Zimmer. Vom Kachelofen gehen 3 Luftkanäle senkrecht in das Erdgeschoss und das Obergeschoss. Ein Kanal versorgt das Wohnzimmer im Erdgeschoss ein weiterer Kanal Flur und Schlafzimmer im Erdgeschoss , und der dritte Kanal versorgt 2 der Zimmer des Obergeschosses. Jeder Kanal kann im Erdgeschoss mittels einer Klappe direkt über dem Kachelofen bezüglich seines Luftdurchsatzes manuell eingestellt werden. Die zugehörigen Drehgriffe sind rechts auf dem Bild zu sehen. |
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Ausserdem befinden sich an jedem Warmluftauslass Jalousien, mit denen man die einzelnen Zimmer manuell regulieren kann.
Die Warmluftzufuhr durch die Kanäle funktioniert ausschliesslich über Schwerkraft bzw. höhenbedingte natürliche Druckunterschiede (warme Luft steigt nach oben); es sind insbesondere keine Ventilatoren vorhanden.
Küche, Bad und Toilette sind aufgrund der Abseitslage nicht an das Heizsystem angeschlossen (Die Luft müsste hierzu mehrere Meter horizontal verlaufen, was sie ohne äussere Einwirkungen nicht tun würde).
Das Wohnzimmer (im Erdgeschoss ) verfügt als einziges Zimmer über einen Kaltluftrücklauf zum Kachelofen.
Bei allen anderen beheizbaren Zimmern muss man entweder die Türen offen lassen, damit die kalte Luft durch das Treppenhaus hinunter zum Kachelofen entweichen kann, oder man nimmt einen Überdruck in den Zimmern in Kauf und lässt warme Luft durch Fugen und Ritzen nach draussen entweichen.
Der vollautomatische Ölbrenner hat 2 Stufen (4 kW und 8 kW) und wird mit einem einzigen (zweistufigen) Raumthermostat geregelt, der sich im damals meistbewohnten Zimmer (Arbeitszimmer) befindet.
Alle übrigen beheizbaren Zimmer des Hauses werden passiv, also ungeregelt, über die Luftkanäle mitversorgt.
Will man also irgendwo im Haus heizen, dann muss man den Thermostat im Arbeitszimmer hochdrehen.
Es ist kaum möglich, die Klappen so einzustellen, dass im beheizbaren Teil des Hauses ein sinnvolles Temperaturgefüge herrscht, und die Nachführung bei sich ändernden Bedingungen (Sonneneinstrahlung, Aussentemperatur, Wind) ist aussichtslos. Ausserhalb des Arbeitszimmers ist es fast immer entweder zu kalt oder zu warm.
In der Küche befand sich ein manuell regelbarer separater 5,5 kW Ölofen, der jedoch selbst auf kleinster Stufe zu stark war um z.B. 20°C nur zu halten.
Beschreibung des neuen Systems
Das Haus verfügt über 6 Zimmer, Toilette, Bad und 3 Flure.
Alle zuvor genannten Räumlichkeiten verfügen über individuelle Warmluft Zuläufe.
Die 6 Zimmer, Toilette und Bad teilen sich insgesamt 3 kombinierte Kaltluft Rückläufe, wobei die geruchsbelasteten Räume (Küche, Toilette, Bad) sich einen automatisch absperrbaren Rücklauf teilen.
Die 3 Flure haben keine Rückläufe. Die Luft kann über das (über 3 Etagen offene) Treppenhaus zurück.
Die 6 Zimmer und das Bad verfügen über individuell einstellbare Tag/Nacht Wochenprogramme mit jeweils 2 frei wählbaren Temperaturen.
Die Toilette besitzt kein Tag/Nacht Wochenprogramm; hier kann man nur die Temperatur einstellen.
Die 3 Flure besitzen weder Tag/Nacht Wochenprogramm noch wählbare Temperatur.
Sie werden entsprechend den Erfordernissen der anderen Zimmer mitgeheizt bzw. dienen als "Ventil" für überschüssige Wärme.
Die 6 Zimmer, Toilette und Bad sind per Knopfdruck komplett abschaltbar.
In allen beheizbaren Räumlichkeiten kann man per Menüführung am Controller manuelle Eingriffe vornehmen um den vollautomatischen Betrieb sinnvoll zu ergänzen.
Die Heizungssteuerung ist mit einem Aussentemperaturfühler geführt. Dieser sorgt zwar für einen effizienten Betrieb des Brenners, gestattet aber trotzdem uneingeschränkte Erfüllung der Heizbedürfnisse bei jeder Aussentemperatur.
Die 6 Zimmer und das Bad sind schnell aufheizbar (mehrere °C in wenigen Stunden).
Der Brenner ist so gesteuert, dass er nur so viel Wärme erzeugt wie in den Zimmern benötigt wird.
Eine Wärmespeicherung gibt es nicht.
Die Regelgenauigkeit der Zimmertemperaturen könnte deutlich genauer als 0,1°C sein. Dies würde aber die ständige Bereithaltung eines Wärmereservoirs im Heizraum erfordern. Technisch wäre das ohne Weiteres möglich, aus Effizienzgründen wird aber darauf verzichtet und daraus resultierend eine Gesamtspanne von bis zu 0,7°C zugelassen.
Alle beheizbaren Räumlichkeiten verfügen über 2 bis 4 angepasste Geschwindigkeitsstufen ihrer Ventilatoren.
Alle Warmluft Zuläufe verfügen entweder über automatische Klappen, die den ungewollten passiven Zustrom von Warmluft verhindern, oder sind bautechnisch so gestaltet, dass ungewollter passiver Zustrom nicht möglich ist.
Der wassergefüllte Kochtopf im Heizraum ist ein einfacher wie effizienter Garant für ausreichend feuchte Luft.
Das System ist softwaretechnisch auf 75°C begrenzt. Zusätzlich gibt es einen mechanischen Begrenzer auf 90°C, der sich nicht automatisch zurückstellt.
Die Geräusche der Ventilatoren und der strömenden Luft sind durch die Rohrdimensionierung und die Schalldämpfer gut im Griff.
Alle für Wartung in Frage kommenden Komponenten sind leicht zugänglich und in kurzer Zeit werkzeugfrei aus- und einbaubar.
Aufgrund der Stützakkus ist die gesamte Steuerung immun selbst gegen längeren Stromausfall.
Vorteile und Nachteile gegenüber wassergeführten Systemen
Mit den bisher gemachten Erfahrungen kann man Vergleiche anstellen z.B. gegenüber den weit verbreiteten wassergeführten Heizsystemen.
| Wassergeführt | Luftgeführt |
| Schnelles Aufheizen eines
Zimmers ist im allgemeinen nicht möglich da Heizkörper dafür im
allgemeinen zu klein sind. Lediglich die Wassermenge kann
geregelt werden und das hängt stark davon ab wo im Haus man sich
befindet.
In einem nicht lange genug vorgeheizten Zimmer zieht es. Die Solltemperatur kann nur asymptotisch (und daher langsam) erreicht werden. Die Wärmezufuhr kann bei bestehendem Heizkörper nicht einfach erhöht werden. |
Schnelles Aufheizen ist
möglich, da sehr viel Wärmeenergie aktiv auf ein einzelnes Zimmer fokussiert werden kann.
Sowohl die Lufttemperatur als auch die Luftmenge kann variiert
werden.
Selbst in einem zu kalten Zimmer fühlt es sich bei laufender Heizung warm an, da man die warme Luft von alle Seiten spürt. Es handelt sich hier um Rundum-Strahlungswärme. Durch "Überfahren" der Solltemperatur kann selbige schneller erreicht werden. |
| Zu- und Rückleitungen verbrauchen praktisch keinen Wohnraum. Aufgrund der hohen spezifischen Wärmekapazität des Wassers genügen finger- bis armdicke Rohrleitungen, je nach Gebäude. Wegen der geringen Oberflächen fallen die Wärmeverluste entlang den Rohren gering aus. |
Zu- und Rückleitungen verbrauchen deutlich mehr Platz (hier 18 cm Durchmesser incl. Isolierung). Aufgrund der grösseren Oberfläche gibt es mehr Wärmeverluste entlang den Rohren.
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| Viel Platzverbrauch durch grosse Heizkörper, die obendrein ringsum frei von Gegenständen sein müssen. Heizwirkung ist begrenzt da die Wärme nur passiv in den Raum übergehen kann. | Wärme wird punktuell zugeführt. Der Wärmeauslass ist auch bei grossem Wärmebedarf klein und beeinträchtigt die weitere Raumplanung praktisch nicht. Luftzustrom kann problemlos unter einem Tisch oder hinter einem Schrank erfolgen, der 10 cm von der Wand weg steht. |
| Aufgrund strahlungsbasierter Wärme und der grossen Trägheit des Systems lässt sich angenehme Wärme einfach realisieren. | Die Vermeidung von Zugluft stellt höhere Anforderungen an das System, ist aber gut beherrschbar. |
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Regelungstechnisch sehr einfach. Lediglich Proportional-Regler im Zulauf erforderlich. |
Regelungstechnisch aufwendig. Man muss mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten und/oder unterschiedlichen Temperaturen arbeiten, was aber gut beherrschbar ist. |
| Etablierte, flächendeckend eingesetzte Technik. Ersatzteile und Hilfe sind schnell und überall verfügbar. |
Technisches Niemandsland. Hoher Erklärungsbedarf. Viel Falschinformation. Keine Fachleute auffindbar. |
| Gibt normalerweise keine Geräusche von sich und verbreitet keine Gerüche im Haus. |
Luft- und
Ventilatorgeräusche immer vorhanden, aber praktisch vernachlässigbar.
Während schnellen Aufheizphasen (bei wassergeführten Systemen ohnehin
nicht möglich) teilweise deutlich hörbar. Geruchsausbreitung, wenn sie stört, muss konstruktiv z.B. mit Aktivkohlefilter, oder mit Klappensteuerungen angegangen werden. |
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Bei Niedrigtemperatur- oder Brennwertheizungen braucht man entweder sehr grosse Heizkörper oder eine gute Gebäudeisolation. Wechselt man von alten Systemen auf Niedrigtemperatur oder von letzterer auf Brennwerttechnik, dann ist aufgrund der erforderlichen niedrigen Rücklauftemperatur entweder eine Anpassung des gesamten Heizsystems in jedem Zimmer oder eine bessere Isolierung der Aussenhülle erforderlich. Oder man gibt sich mit verminderter Heizwirkung zufrieden. |
Völlig unempfindlich gegenüber technologischen Änderungen. Der Übergang auf z.B. Brennwerttechnik kann ohne jegliche Anpassung des Systems und der Aussenhülle erfolgen, da die Rücklauftemperatur naturbedingt niedrig genug ist. |
| Hohes Planungsrisiko, deshalb wählt man immer zu grosse Heizkörper bzw. mehrere (Platz!), von denen aber oft einer aus ist. Zu kleine Heizkörper sind aber noch viel ärgerlicher und es gibt kaum Möglichkeiten dies durch Ändern von Betriebsparametern zu kompensieren. | Kein Planungsrisiko. Unterdimensionierung ist unwahrscheinlich und Überdimensionierung hat keine nachteiligen Folgen. Beides kann nachträglich durch Ändern von Betriebsparametern relativ einfach korrigiert werden. |
| Sehr träges System, es sei denn, man nimmt messbare Bereitschaftsverluste in Kauf. Diese liegen im Bereich dessen, was man durch Brennwerttechnik typischerweise einspart. | Konstruktionsbedingt fast keine Bereitschaftsverluste. Was an Wärme erzeugt wird, geht sofort in die Zimmer. |
| Problem der Lufttrockenheit im Winter. |
Mindest-Luftfeuchte (>40%) lässt sich sehr einfach und wirksam durch Aufstellen eines Wasserkessels im Heizraum sicherstellen. Die Heizungen von früher hatten dafür sogar extra Halterungen. Schimmel- und ähnliche Probleme können nicht aufkommen, da im Heizraum und in den Luftkanälen zu warm und zu trocken ist (~5-10% rel. Feuchte). |
| Zum Wäschetrocknen bedingt geeignet. Eher unangenehmes Klima. | Zum Wäschetrocknen hervorragend geeignet (geht sehr schnell und macht ein angenehmes nicht-feuchtes Klima, da die Luft ausgetauscht wird). |
| Reines Heizsystem | Kann ohne grossen Aufwand zusätzlich als kontrollierte Wohnraumlüftung dienen. |
| Heizkörper sind komplexe Staubfänger | Die Gitter der Luftöffnungen auch. |
In fast jedem Baumarkt gibt es HT (Hochtemperatur, grau) und KG Rohre (Kanalgrund, orange) DN160 (~150mm Innendurchmesser).
Diese Rohre sind gross genug um auch schlecht isolierte Räume mit Ventilatorunterstützung schnell warm zu bekommen.
Ein Meter Rohr kostet ca. 5 Euro, eine Biegung kostet etwa dasselbe. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was käufliche Luftkanäle (mit geringerem Querschnitt) kosten.
Über Ebay, Hanf Growshops und einschlägigen Fachhandel sind flexible Rohrschalldämpfer (auch Telefonieschalldämpfer genannt) mit passenden Innendurchmessern erhältlich. Diese passen sehr gut auf die Rohre bzw. können leicht passend gemacht werden.
Stückpreis mit Lieferung ca. 50 Euro. Man braucht 1 bis 3 Stück pro Zimmer. (1-2 für Vorlauf und 0-1 für Rücklauf).
In der Nähe des Brenners, wo es etwas heisser zugeht, sind Alu-Flexrohre (Baumarkt oder Ebay) sehr geeignet.
Die kann man leicht passend hinbiegen.
Zur Wärmeisolierung der gesamten Verrohrung nimmt man selbstklebendes Filzband in mehreren Lagen, Maler-, Lackiererdecken oder sonstiges, was Ebay, Baumarkt, Dachboden usw. günstig hergeben.
Kosten bis zu 5 Euro/Meter umwickeltes Rohr. Die Rückläufe muss man nicht isolieren, da sie keine Restwärme transportieren (übrigens eine im Vergleich zu wassergeführten Systemen geniale Eigenschaft, da man ohne Anpassung des Systems leicht auf Brennwerttechnik umsteigen könnte, wenn es sich lohnen würde).
Über Ebay bekommt man günstig Rohreinschubventilatoren mit passenden Aussendurchmessern, die leicht in Rohre und Schalldämpfer passen. Notfalls umwickelt man einen Ventilator mit selbstklebendem Filzband (Ebay) um ihn passend zu machen. Die Lüfter lassen sich ab ca. 120 Volt~ betreiben. Stückpreis mit Lieferung maximal 40 Euro.
Über Ebay sind sehr günstig Regel- oder Stelltransformatoren erhältlich (teilweise aus DDR Beständen). Mit ihnen lassen sich die Lüfterdrehzalstufen (2 bis 4 pro Lüfter) individuell anpassen. Stückpreis zwischen 10 und 40 Euro.
Klappen für die Luftkanäle sind sehr teuer und nicht auf Dichtheit und warme Luft hin ausgelegt.
Die Klappenmembrane lässt man einmal in einer Schlosserei herstellen (Gesamtkosten wenige zig Euro, jeweils ein kreisrundes dickes Blech mit Loch in der Mitte). Die gesamte restliche Klappe kann man mit Baumarktmaterial und Standardwerkzeug leicht selbst herstellen.
Klappenmotoren sind über Ebay erhältlich, z.B. von Belimo. Stückpreis ca. 30 Euro. Man braucht 1 Klappe pro Zimmer.
Die Klappen, obwohl für 230V ausgelegt, funktionieren auch mit 100V. Dies ist sehr praktisch da man die Klappenmotoren einfach mit den Ventilatoren parallel schalten kann.
Relais zur Klappensteuerung und Lüftersteuerung gibt es günstig bei CCTools (z.B. 8er Relaiskarte für Hutschienenmontage).
Man braucht bis zu 4 Relais pro Zimmer.
Ebenfalls bei CCTools gibt es den Hutschienen-Controller C2 Station mitsamt Entwicklungsumgebung und umfangreicher Peripherie.
Das Erlernen der Programmiersprache C2 ist einfach, und selbst als erfahrener Laie hat man entsprechende Routinen schnell entwickelt.
Kosten ca. 200 Euro plus Peripherie 300 Euro.
Wochensteuerung mit Nachtabsenkung für die Zimmer.
Bei Heizungsherstellern und im Heizungszubehörhandel gibt es zwar hunderte verschiedener Raumthermostate, jedoch nichts was für den hier erforderlichen Zweck geeignet wäre.
Bei Conrad gibt es Zeitschaltuhren mit Wochenprogramm und einem 1xUm Relaiskontakt.
Zusammen mit dem nachfolgend beschriebenen Temperaturfühler wird daraus eine echte Wochentemperatursteuerung mit einstellbarer Nachtabsenkung.
Kosten ca. 30 Euro. Man braucht 1 Stück pro Zimmer.
Im Elektronikladen für wenig Geld erhältlich (Platine, Schraubklemmen, 1 NTC und 2 Poti).
Es handelt sich lediglich um Spannungsteiler an den AD-Eingängen des Controllers.
Eventuelle Wertebereichsprobleme werden auf elegante Weise softwareseitig gelöst.
Es fehlen noch der Brenner (Ölbrenner-Kachelofeneinsatz ist vorhanden), die gesamte Verkabelung, Bauarbeiten und
ein grösserer Posten "Forschung" und "Irrtümer", den man pauschal mit 500 Euro veranschlagen kann.
Beim Bau aufgetretene Probleme
1.
Das weitaus grösste Problem war die mit den Luftströmen einhergehende Geräuschentwicklung, ein Punkt den man leicht unterschätzt.
Wenn man einen (theoretisch unhörbaren) Ventilator vor ein langes Rohr hält, dann herrscht an beiden Enden des Rohres ein lautes unangenehmes Geräusch, das aufgrund der verwirbelten Luft entsteht. Vom Ventilator selbst hört man kaum etwas.
Allein dieser in Vorversuchen gefundene Sachverhalt hat das gesamte Projekt um Monate verzögert.
Flexible Rohrschalldämpfer eliminieren dieses Problem zum grössten Teil. Rohrschalldämpfer haben eine mit steigender Frequenz besser werdende Absorptionscharakteristik. Deshalb hört man nur noch ein deutlich leiseres tiefes Rumpeln, das bei höheren Ventilatordrehzahlen allerdings gut hörbar ist.
Mit entsprechend grossen Rohrquerschnitten und daraus folgend entsprechend niedrigen Ventilatordrehzahlen bekommt man das aber gut in den Griff.
2.
Eine gute Regelung setzt voraus, dass unterschiedliche Warmluftdurchsätze realisiert werden können.
Es ist sinnvoll, sowohl die Lufttemperatur als auch den Luftdurchsatz zu regeln.
Während die Temperatur direkt über den Brenner geregelt wird, braucht man zur Durchsatzregelung unterschiedliche Ventilatordrehzahlen.
Bezüglich variabler Ventilatordrehzahlen gibt es viel verfügbare etablierte Technik.
Die einfachste, billigste und völlig ausreichende Lösung sind Rohreinschubventilatoren die man entweder mit variabler Spannung (100...190V) oder mit Vorwiderstand auf 2 bis 4 fest vorgegebenen Stufen betreibt. Als Vorwiderstände eignen sich gut handelsübliche 25, 40, 60, 75 und 100 Watt Glühbirnen. Das mutet zwar komisch an, ist aber eine praxistaugliche und langlebige Lösung.
Besser ist es wenn man mit Stelltrafos arbeitet, denn damit kann man die Drehzahlen fein regeln.
3.
Handelsübliche Rohreinschublüfter sind nur bis 40°C spezifiziert.
Typische Warmlufttemperaturen liegen bei 35 bis 75°C
Es hat sich jedoch herausgestellt, dass dies kein Problem darstellt. Möglicherweise (auch) deshalb weil die Ventilatoren nur bis maximal 190 Volt betrieben werden.
Alle getesteten Rohreinschubventilatoren etablierter Hersteller (RuG, Maico, Admiral,....) halten die 75°C gut aus.
Alle getesteten Billigprodukte dagegen versagen nach maximal 2 Tagen: Das Lüfterrad löst sich von der Achse.
Die RE Serie von RuG ist trotz Gleit- statt Kugellager von allen getesteten Ventilatoren am besten geeignet.
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11.11.2012
Thomas Reiter
Kocherstrasse 1
72768 Reutlingen
thomas(ät)reiter1(punkt)com